Nachhaltigkeit ist bei Goldbeck kein Schlagwort, sondern zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie, wie Chief Sustainability Officer Michael Six betont: „Wir erreichen unsere Ziele nur, wenn wir Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil der Unternehmenskultur und sämtlicher Aktivitäten verstehen.“ Die Goldbeck Blue Buildings sind ein Ausdruck dieser Philosophie. Sie verbinden ökologische Qualität mit Funktionalität und Wirtschaftlichkeit und sind somit Ausgangslage für zukunftssichere Immobilien.
Ressourceneffizienz steckt im System
Im Jahr 2021 stellte Goldbeck in einem extern validierten Bauweisenvergleich fest: Im Rohbau eines Bürogebäudes spart das Unternehmen durch die systematisierte Bauweise rund 25 Prozent CO₂ gegenüber einem in konventioneller Bauweise errichteten Referenzgebäude. Seither hat sich viel getan – bei Goldbeck ebenso wie in der gesamten Branche. Mit den Blue Buildings geht das Bielefelder Familienunternehmen nun einen Schritt weiter. Die neue Produktlinie, aktuell verfügbar für Hallen und Bürogebäude, basiert auf dem bewährten Goldbeck-System. Durch die Vorkonfiguration von wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen mit einem positiven Effekt auf Mensch und Umwelt sorgt das Unternehmen darüber hinaus dafür, dass Gebäude aktuelle Nachhaltigkeitsstandards und ESG-Anforderungen des Marktes erfüllen. Gleichzeitig lassen sie sich flexibel an die Bedarfe und Nachhaltigkeitsstrategien der jeweiligen Kunden anpassen.
Nachhaltige Gestaltung von Hallen und Bürogebäuden
Ausgangspunkt für die projektindividuelle Beratung sind die zwei vorkonfigurierten Hallenvarianten „Blue Building“ und „Blue Building Premium“. Beide erfüllen konkrete Zielversprechen in den neun Parametern Energieeffizienz, Materialeffizienz, Zirkularität, CO₂-Fußabdruck, Biodiversität, Komfort und Gesundheit sowie EU-Taxonomie, CRREM-(Carbon Risk Real Estate Monitor) Dekarbonisierungspfad und DGNB-Zertifizierung. Am Beispiel der Energieeffizienz werden Goldbecks Ambitionen deutlich: „Blue Building“ will einen maximalen Energiebedarf von 15 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter (m²) pro Jahr (a) nicht überschreiten – das entspricht einer Unterschreitung des Jahresprimärenergiebedarfs nach Gebäudeenergiegesetz von 60 Prozent. „Blue Building Premium“ nimmt sich einen Energiebedarf von 10 kWh/ m²/a zum Ziel, was einer Unterschreitung von 75 Prozent entspricht.
Ein Beispiel für die Umsetzung der Goldbeck Blue Buildings ist das Projekt ONEBOX für den Projektentwickler und Investor Peper & Söhne im Gewerbepark Hansalinie in Bremen. Hier ist zwischen Juli 2023 und September 2024 eine Logistik- und Produktionshalle entstanden, die nicht nur durch ihre Größe beeindruckt, sondern auch in Sachen Nachhaltigkeit überzeugt. Das Projekt umfasst rund 25.000 Quadratmeter Lager- und Produktionsfläche, 2.600 Quadratmeter Büro- und Lagermezzanin sowie 1.500 Quadratmeter Leergutlagerfläche. Die großen Spannweiten – etwa 36 Meter Fachwerkbinder auf 18 Metern Abfangbindern – erzeugen offene und helle Hallenbereiche. Für die seitliche Be- und Entladung wurden 17 Tore sowie eine außenliegende Heckandienungsrampe realisiert. Torluftschleier wirken den Temperaturschwankungen entgegen.
Bremens größte Fußbodenheizung
Ein Highlight ist die technische Ausstattung der Halle nach EG-40-Standard: Seit Fertigstellung wird sie vollständig ohne fossile Brennstoffe betrieben. Die Energieversorgung erfolgt durch eine Photovoltaikanlage mit 2,5 Megawatt auf rund 17.500 Quadratmetern Dachfläche. Geheizt wird mit Hilfe dezentraler Luft-Wasser-Wärmepumpen in Kombination mit einer Industriefußbodenheizung – der größten ihrer Art in ganz Bremen. So soll die Halle konstant auf mindestens 18,9 Grad Lufttemperatur gehalten werden. Der Einbau von intelligenten Energiezählern in Form von Goldbecks Systemlösung +monitor Smart Metering ermöglicht ein transparentes Energiemonitoring und die kontinuierliche Verbesserung der Performance.
„Wir erreichen unsere Ziele nur, wenn wir Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil der Unternehmenskultur und sämtlicher Aktivitäten verstehen.“
- Michael Six, Managing Director Goldbeck Deutschland & Chief Sustainability Officer
DGNB-Platin und Taxonomiekonformität im Visier
Aktuell wird der Neubau von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) unter die Lupe genommen – denn Peper & Söhne und Goldbeck streben nicht weniger als eine Zertifizierung mit DGNB-Platin und eine Verifikation des EU-Taxonomieziels „Klimaschutz“ an. Deutschlandweit haben bislang nicht einmal 60 Logistikgebäude die Platin-Auszeichnung erhalten.
Und die Chancen stehen gut, dass ONEBOX die Zahl erhöht: Neben der hohen Energieeffizienz punktet der Standort auch mit einem umfangreichen Biodiversitätskonzept. Dazu zählt die Wahl einer insektenfreundlichen Beleuchtung ebenso wie eine extensive Teilbegrünung von Fassaden und Dachflächen. Auf dem Grundstück wurden Habitate für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere geschaffen. Nahrung finden sie künftig auf einer Wildblumenwiese, die ebenso wie die Fassaden- und Dachbegrünung im nächsten Frühjahr erste Blüten tragen soll. Auch der Komfort und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden und Besucher von ONEBOX hatten bei der Realisierung einen hohen Stellenwert. Aus diesem Grund wurden zahlreiche unterschiedliche Sozialflächen im Außen- und Innenbereich geschaffen – darunter auch Aufenthalts- und Sanitärbereiche für externe Fahrerinnen und Fahrern. Im Zuge des Mobilitätskonzepts sind zudem E-Ladepunkte für Fahrräder, Pkw und Lkw installiert worden.
Ökologisch, sozial und wirtschaftlich
Goldbecks Blue-Building-Konzept und Referenzprojekte wie zum Beispiel ONEBOX veranschaulichen, wie verschiedene Maßnahmen aus den neun Parametern zu einem nachhaltigen Neubau geführt haben, der gleichzeitig die individuellen Kundenanforderungen erfüllt. Damit zeigen Goldbeck und Peper & Söhne, dass ökologische Qualität, Nutzerkomfort und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen können.
Mitwirkende: Steffen Bertsch, Sinah Engel, Lisa Haff, Maximilian Sturm, alle Goldbeck