V.l.n.r.: Dr. Arne Schulz, Experte für Operations Management an der Universität Hamburg und Vertretungsprofessor an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Marvin Cobäken, Senior Project Manager E-Mobilität bei Hysolutions GmbH, und Christian Schäfers, Geschäftsführer von Contargo Road Logistics Germany GmbH, sprachen unter Moderation von Julian Kakarott, Geschäftsführer des Digital Hub Logistics & Commerce, über das Thema Ladeinfrastruktr.

Bild: LIHH

Logistik trifft Wissenschaft: Forschung und Praxis zusammenbringen

22.02.2025

Bei der von der Logistik-Initiative Hamburg ausgerichteten jährlichen Veranstaltung „Logistik trifft Wissenschaft“ lag der Fokus in diesem Jahr auf Nachhaltigkeit in der Logistik. Neben dem Dauerthema Ladeinfrastruktur wurden auch die konsequente Umsetzung von Maßnahmen sowie die Einbindung der Mitarbeitenden beleuchtet.

„Gemeinsam Transformation gestalten“ war das diesjährige Motto bei der Veranstaltung „Logistik trifft Wissenschaft“, die jedes Jahr von der Logistik-Initiative Hamburg organisiert wird und bei der Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Praxis zusammengeführt werden. Nach einer Begrüßung von Prof. Dr. Hanno Friedrich und Prof. Dr. Dominik Kreß, als Leitungsteam des Hamburger Logistik Professoriums, folgte die Keynote von Prof. Dr. Heike Flämig, Professorin für Transportketten und Logistik an der Technischen Universität Hamburg, zu der Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis. Viele Unternehmen scheiterten daran, Veränderungsprozesse erfolgreich umzusetzen. Es würden aber eine konsequente Umsetzung und die Verinnerlichung nachhaltiger Ziele sowie politische Unterstützung gebraucht, um notwendige Veränderungen für eine nachhaltigere Zukunft herbeizuführen.

Der Wille ist da, der Platz fehlt

Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion zum Thema „Ladeinfrastruktur – Ist da, wo sie geplant wird, auch da, wo sie gebraucht wird?“. Im Anschluss an den Impulsvortrag von Dr. Arne Schulz, Experte für Operations Management an der Universität Hamburg und Vertretungsprofessor an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, diskutierten unter der Moderation von Julian Kakarott, Geschäftsführer des Digital Hub Logistics & Commerce, Wissenschaftler und Unternehmer über den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeue in der Logistik.

Dr. Arne Schulz beleuchtete das Thema aus wissenschaftlicher Sicht, während Christian Schäfers, Geschäftsführer von Contargo Road Logistics Germany GmbH, praxisnahe Erfahrungen eines Logistikunternehmens teilte, das aktiv in den Aufbau und die Nutzung von Ladeinfrastruktur für seine E-Lkw-Flotte investiert. Marvin Cobäken, Senior Project Manager E-Mobilität bei Hysolutions GmbH, brachte die Expertise eines Unternehmens ein, das innovative Lösungen für die Elektromobilität entwickelt.

Die Panelteilnehmer waren sich einig, dass die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Ladeinfrastruktur schaffen müsse. Zurzeit sei die Nutzung von öffentlichen Ladesäulen beim E-Lkw-Verkehr für Unternehmen wirtschaftlich unattraktiv. Die hohen Strompreise und die mangelnde Planbarkeit machten eine Umstellung auf E-Lkw ohne eigene Ladeinfrastruktur, die die notwendige Kontrolle über Kosten und Ladezeiten bietet, kaum möglich. Allerdings seien hierfür geeignete Flächen erforderlich, die oft rar und schwer zu finden sind. Hier müsse die Politik beim Zugang zu solchen Flächen unterstützen, denn die Unternehmen seien grundsätzlich gewillt, sich den Herausforderungen zu stellen und in die notwendige Infrastruktur zu investieren.

Das große Ganze und die Menschen im Blick behalten

Nach einer kurzen Pause folgte zunächst ein Impulsvortrag durch Dr. Finn Meissner, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Management Science und Operations Research an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, mit einem anschließenden Dialog mit Dr. Ulfia Clemen, Projektmanagerin Wissenschaft & Innovation bei der Logistik-Initiative Hamburg, zum Thema „Rebound – Gut gedacht aber gegenteiliger Effekt?“. Der Rebound-Effekt fordert dazu auf, bei der Umsetzung von Maßnahmen nicht nur auf die unmittelbaren Ergebnisse zu achten, sondern auch die langfristigen Konsequenzen und das große Ganze im Blick zu behalten.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Endnote von Prof. Dr. Prisca Brosi, Associate Professor of Human Resource Management an der Kühne Logistics University, mit dem Titel „Partizipation & Nachhaltigkeit – Müssen zufriedene Lkw- Fahrende seltener tanken?“. In ihrem Vortrag stellte sie eine ihrer Studien vor, die aufzeigt, wie Emotionen das alltägliche Handeln und das Fahrverhalten von Lkw-Fahrenden beeinflussen können. Ihre Forschung unterstreicht die Wichtigkeit, den Menschen in den Mittelpunkt nachhaltiger Prozesse zu stellen, da eine nachhaltige Veränderung im Transportwesen nicht nur durch technische Innovationen zu erreichen sei.

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